Hangenähte Kleidung?




Hier ist Platz für dies und das rund ums Hobby, von der Vermählung bis zur Gebrauchtwaffe.

Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon macbeith » Mo 13. Jan 2014, 09:13

In der Gruppe ( http://www.18thcentury.org/ ) in der sich Henrik (Besitzer dieses Plaids) rumtreibt wird darauf geachtet keine Clan-Tartans zu verwenden.

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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon Ike Godsey » Mo 13. Jan 2014, 10:25

mac,

ich kenne die gruppe und hier speziell einige ihrer mitglieder sehr gut.
RaT ist eine gruppe die - sagen wir mal so - 1745 rising reenachted, aber mit musketen aus 1796 und später. das ist in etwa so, als ob einer WKI reenacted und einen Faser von Mr. Spock einsetzt.
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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon macbeith » Mo 13. Jan 2014, 11:02

Da kennst Du dich mit Sicherheit besser aus als ich. Ich beschäftige mich da bisher mehr mit Kleidung und Schuhwerk etc. Auf Bewaffnung habe ich bisher weniger Wert gelegt, da das im Moment meine finanziellen Mittel übersteigt. Aber ich arebeite daran.

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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon Ike Godsey » Mo 13. Jan 2014, 12:26

nix dagegen mac, jeder hat so seine schwerpunkte.
ich finde es immer nur affig, wenn (wie es schon passiert ist) leute sich an einem aus horn geschitzen abzeichen, dass von einem am bonnet getragen wird, aufhängen weil "unhistorisch" und auf der anderen seite rennen die selben besserwisser mit kanonen durch die gegend die es in der zeit die sie nachstellen nicht gegeben hat. da hilft auch die beste handgenähte kleidung nix. und wenns um handgenähte kleidung und McLumberjack "tartans" geht, sag ich nur - schade um die arbeit.
aber auch das mag jeder sehen wie man will...
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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon Langhachse » Mo 13. Jan 2014, 14:52

Die Diskussion führst du aber generell in der historischen Darstellung, egal in welcher Epoche. Im Mittelalter ist das genauso. Es gibt immer Leute die meinen sie ham alleinig die Authentizität gepachtet. Die Tatsache ist aber (ich als Geschichtsstudent der Uni Tübingen, kann das sagen), dass es die "Wahrheit" so nicht gibt. Selbst Originalfunde sind nicht über jeden Zweifel erhaben, da sie eigentlich so gut wie immer aus ihrem jeweiligen Kontext gerissen sind. Ein Beispiel: Ein Glasfläschchen aus einer mittelalterlichen Latrine kann zwar zeitlich ungefähr eingeordnet werden, sagt über den Gebrauchskontext aber überhaupt nix aus. Letztendlich muss jeder seinen Anspruch für sich persönlich finden. Und man muss auch andere in ihrem Sandkasten spielen lassen. Wenn man sich von der Vorstellung der "EINEN ULTIMATIVEN WAHRHEIT" verabschiedet... sollte das eigentlich auch jedem möglich sein.


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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon trommlerjunge » Mo 13. Jan 2014, 15:57

Wie Wahr,Wie Wahr. Irrelevant entweder versuche ich mein Hobby so authentisch zu machen wie es geht
oder Ich nicht weiter Weiß,dann Informiere ich mich an den richtigen stellen,bzw.bücher ,oder Internet
irgendwo ist das ja alles viel einfacher geworden durch www. als noch vor 20 Jahren.
aber das macht doch dieses schöne Hobby aus das ich mich mit meinen Produkten an die Öffentlichkeit traue und (oder) eine positive bzw.negative Kritik an meinem Projekt bekomme das geht doch runter wie Öl bzw. spornt mich das an es besser oder perfekter zu machen.
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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon macbeith » Mo 13. Jan 2014, 16:13

Hallo Langhachse,

für das Mittelalter gebe ich Dir vollkommen und uneingeschränkt Recht. Mein Sohn studiert auch Geschichte (allerdings nur im Nebenfach) und wir befassen uns seit langer Zeit mit dem Thema Mittelalter. Wir geraten nichtsdestotrotz oder vielleicht gerade deswegen immer wieder mit der "A"-Fraktion der MA-Darsteller aneinander. Hier werden tatsächlich viele Dinge des gesunden Menschenverstandes beim Überprüfen von Funden oder Bildquellen außer Acht gelassen.

Im 18. Jahrhundert und später dagegen stehen um ein vielfaches mehr an anhand von Bild- und Schriftquellen überprüfbaren Informationen zur Verfügung als im Mittelalter.

LG
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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon Langhachse » Mo 13. Jan 2014, 17:10

macbeith hat geschrieben:Im 18. Jahrhundert und später dagegen stehen um ein vielfaches mehr an anhand von Bild- und Schriftquellen überprüfbaren Informationen zur Verfügung als im Mittelalter.

LG
Mac


Selbstverständlich. Und das ist auch gut so. Macht es für uns alle leichter historisch akkurat zu sein, auch wenn der Bücherstapel, den es zu wälzen gilt, dadurch wesentlich größer wird.
Ich finds nur schade, dass manche Hobbyisten so auf ihren Standpunkt "naufhocken". Ich habe es oft schon erlebt, dass Leute, die möglicherweise privat bzw. abseits vom Living History echt klasse Frauen/Typen sind, sich dann deshalb ins Abseits schießen, weil sie nur ihren eigenen Standpunkt akzeptieren und anderen versuchen diesen Standpunkt aufzuzwingen. Es mag jetzt ein wenig nach "Whiteknighting" aussehen, nichtsdestotrotz sollte meine Aussage einfach ein allgemeines Plädoyer dafür sein, dass man niemanden verdammen sollte, weil er möglicherweise eine andere Auffassung zur Fundlage, zu handgegossenen Knöpfen oder eben zu Maschinennähten hat. Genausowenig sollte man eingeschnappt sein, wenn Jemand einen darauf hinweist, wie man möglicherweise seine Hobbyausstattung besser gestalten kann.
Wir wollen leben wie im 18. Jahrhundert. Da sollten wir uns alle wie Ladies und Gentlemen benehmen. Auch wenn das Wortgefecht über Kleidungsfragen und Co. noch so hitzig ist. :-D

Und um meinen Worten Taten folgen zu lassen, falls ich irgendjemand mit diesem Post auf den Schlips getreten sein sollte, so tut es mir aufrichtig leid. :-) Jegliche offensive Lesrichtung dieses Postes gegenüber lebenden oder toten Personen ist vom Autor nicht beabsichtigt und es wird darum gebeten diese zu entschuldigen.


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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon Ike Godsey » Mo 13. Jan 2014, 18:04

OMG! was hab ich da wieder losgetreten! :? :? :?

aber, nachdem hier jeder sprichwörtlich die hosen runter lässt.... ...schliesse ich mich dem an. als Magister der Geschichte und Germanistik geb ich Langhachse in vielem recht was er da schreibt. allerdings muss ich gestehen, gibt es zwei dinge die ich mit einbringen will.

zum einen ist das die "Five-Foot-Rule" der "Coltinental Line" der US Dachorgo für AWI reenactors, die da besagt:

A person will be authentic if the spectator, from a distance of no more than five feet,
cannot:

1. Identify or observe any items that are not reproductions of 18th century articles of clothing, weapons or equipment.

2. Identify or observe any article of clothing that is not cut and fit in the proper 18th century manner. “Cut in the proper 18th century manner” is defined as clothing that is produced, cut and sewn so that it is identical or nearly identical to 18th century clothing-patterns and surviving articles of clothing. “Fit in the proper 18th century manner” is defined as clothing worn on the body tight yet not constricted.

3. Identify or observe any 20th century anachronisms, including, but not limited to, modern shoes, modern shoes with buckles tied to them, modern glasses and modern wristwatches.


was ich unterschreiben kann.

auf der anderen seite gibt es dinge die man als einschränkung einfach hinnehmen muss. seien es körperliche gebrechen (und ihr wißt sicher, was an einem knochenbau alles kaputt gehen kann) seien es andere, gesundheitliche einschränkungen (Diabetes, Asthma, Allergien etc. etc. etc.) all das sind dinge die authentizität aussen vor zu lassen und sich der entspr. maßnahmen zu widmen (einschl. der nötigen sorgfalt an sauberkeit etc.) dazu gehören dann auch entspr. schuhe mit entspr. fußbett etc. all das kann man mittels gamaschen kaschieren.
ein bekannter von mir trägt eine spezial brille, anders kann er nicht scharf sehen (ist eine spezielle hornhaut zylinder achsen sache) da kostet ein glas alleine 900€ mit dem spezial schliff - das der keine "authentische" brille aufsetzt dürfte klar sein...

und was die handgenähte kleidung betrifft, joh, das ist ne feine sache aber

a) nicht jeder kann nähen
b) nicht jeder hat die kohle via hand nähen zu lassen

und wenns dann darum geht, dass man dinge nur handgenäht haben darf, weil es der autentizität geschuldet ist, dann gilt das bitte sehr auch für zelte, planen, schelters - und natürlich auch unterwäsche etc. etc.

von dem her geb ich mich damit zufrieden, wenn die klamotten authentisch aussehen - unabhängig von der nähart.
man könnte jetzt noch diskutieren, welche schnitte man damals (be)nutzte, aber mal ehrlich, das ist eher nutzlos. die colonien waren schmelztiegel der nationen und zwar zu jeder zeit und aus allen ländern. jeder der einwanderer brachte seine eigenen stile mit was kleidung und deren machart betraf.
der handel damals tat ein übriges. wenn man heute mal die nase in alte journale des 18. jhdts steckt und die vielen verkaufsanzeigen von klamotten, waffen und sonstigen gegenständen liest, dingen die von aussen in die colonien gelangt sind, so ist die aussage "aber der schnitt von der weste ist falsch" so mehr als gewagt.

bei all dem kann man verständnis entgegen bringen - bei "falschen" waffen kann man das nicht. wenn einer meint er müsse unbedingt ein Brown Bess "India Pattern" (also die variante ab 1796) im AWI führen ist er einfach falsch dran! selbiges gilt für "swivel breeches" (hier nennt man die glaub ich wender) und ähnliche gerätschaften.
ich habe es auch schon gesehen, dass mir einer auf einem 18. jhdt lager mit einer Hawken über den weg lief. als ich ihn drauf ansprach sagte er mir "warum soll die nicht authentisch sein? ist doch eine Steinschloss-Hawken!" :shock: dazu fällt mir dann ehrlich nix mehr ein!
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Re: Hangenähte Kleidung?

Beitragvon Langhachse » Mo 13. Jan 2014, 18:43

Ike Godsey hat geschrieben:zum einen ist das die "Five-Foot-Rule" der "Coltinental Line" der US Dachorgo für AWI reenactors, die da besagt:

A person will be authentic if the spectator, from a distance of no more than five feet,
cannot:

1. Identify or observe any items that are not reproductions of 18th century articles of clothing, weapons or equipment.

2. Identify or observe any article of clothing that is not cut and fit in the proper 18th century manner. “Cut in the proper 18th century manner” is defined as clothing that is produced, cut and sewn so that it is identical or nearly identical to 18th century clothing-patterns and surviving articles of clothing. “Fit in the proper 18th century manner” is defined as clothing worn on the body tight yet not constricted.

3. Identify or observe any 20th century anachronisms, including, but not limited to, modern shoes, modern shoes with buckles tied to them, modern glasses and modern wristwatches.


was ich unterschreiben kann.



Die oben genannten Leitlinien sind glaube ich ein guter Richtwert. :-) Signed!


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